Rundum Sylt

Westerland - List - Keitum - Rantum - “Sansibar” - Westerland

100 km + // 6 Tage // fast keine Hm

Diese Destination ist nicht um die Ecke. Und mehr Natur geht fast nicht…

Die Idee der Umwanderung von Sylt entstand aufgrund des North Sea Ultra Events, welcher gerade wieder diesen 09. Mai 2026 stattfand. Natürlich war es keine Option die 111km zu joggen, denn die Insel bietet so viel Schönes, dass sich das Umwandern mehr als anbietet.

Wir haben die gut 110km in Etappen von 20-25km pro Tag absolviert.

Westerland-List

Wir starten am 1. Tag um 08.15 Uhr nach einem tollen Cappuccino vom Coffee Fellows in Westerland (Hauptort der Insel). Auf dem Holzsteg am Strand entlang geht’s dann in Richtung Norden. Unser Ziel ist List. Dies ist die nördlichste deutsche Ortschaft. Bei Ebbe können wir die hart gepressten Sandbänke nutzen, um ein gutes Tempo zu halten. Das Wasser steigt dann aber gegen Mittag immer mehr an, sodass wir auf die Wege in den Dünen oder im losen Sand ausweichen müssen. Aber die Abwechslung macht es aus. Die Pause geniessen wir im Standkorb, mit Blick auf die Nordsee und die Sonne im Gesicht.

Den Ellbogen (der allernödlichste Punkt Deutschlands) lassen wir aus. Diesen werden wir ganz am Schluss unseres Abenteuers mit dem Velo beradeln.

Auf den Bildern zeige ich Euch die wunderschönen Häuser mit Reetdächern. Das Decken der Dächer mit Reet (Schilfrohr) gilt als immaterielles UNESCO Weltkulturerbe.

Nach 25km kommen wir doch nicht mehr ganz so frisch in List an, und gönnen uns einen Zvieri nach nordfriesischer Art: Fischcanapés bei Gosch. Lecker!!

Mit dem Bus geht’s zurück zu unserer Unterkunft in Westerland.

List-Keitum

Am 2. Tag fahren wir mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt List und haben Keitum als Ziel im Visier. Auf diesem Abschnitt bietet sich uns eine ganz andere Natur. Das Wattenmeer. Friedlich und ruhig ist es hier. Das weltgrösste zusammenhängende System aus Sand und Schlickwatt an der Nordseeküste ist ein einzigartiger Lebensraum. Seit 2009 ist dieses Gebiet, welches sich von den Niederlanden bis nach Dänemark erstreckt UNESCO-Weltkulturerbe.

Steine, Muscheln, Schneckenhäuser, Austernschalen… bei dieser Vielfalt kommen wir nur sehr langsam voran und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Auch hier sind wir bei Ebbe unterwegs und das Wattenmeer zeigt uns seine ganze Vielfalt.

Nach 21 km erreichen wir Keitum. Dies ist der Nobelort der Insel. Entsprechend schön und gepflegt ist diese Gegend dann auch.

Nach Kaffee-Kuchen geht’s mit dem Bus wieder zurück nach Westerland.

Keitum-Rantum

Am 3. Tag (45km) radeln wir von Westerland nach Keitum um dort wieder zu starten. Wir entscheiden uns diese Etappe mit einem E-Fahrrad zu erkunden, da die geplante Strecke seeeehr weitläufig ist. Nach wie vor sind wir auf der Wattenmeerseite (östliche Inselseite). Auf dieser Etappe erwarten uns endlose Strassen und Weideflächen. Unzählige Lämmer stehen mit ihren Müttern auf den Weiden und geniessen das gute Wetter und das saftig grüne Gras. Wir fahren bis zum östlichsten Punkt (Nösse), dem Anfang des Hindenburgdamms. Über diesen kommen alles Auto- und Personenzüge auf die Insel. Nur per Flugzeug, per Fähre oder mit dem Zug kann die Insel erreicht werden.

Über den Damm des Rantumbeckens gelangen wir dann zu unserem heutigen Ziel, Rantum. Eine kleine Notiz am Rande: Das Rantumbecken bzw. der Damm wurde während des Zweiten  Weltkrieges erstellt, damit die Wasserflugzeuge in ruhigen Gewässern landen konnten. Bis dieser Damm jedoch fertiggestellt werden konnte, war der Krieg vorbei. Heute dient diese Wasserfläche als Naturschutzgebiet für zahlreiche Tiere.

Das Wetter wird nun eher windig und die dunkeln Wolken kündigen Regen an.

Mit unseren Supervelos flitzen wir zurück nach Westerland. Die letzten drei sportlichen Kilometer der heutigen Etappe haben es in sich. Wir kommen fix und fertig bei unserem Fahrradverleih an und geben die Velos erstmal ab. Denn morgen geht’s zu Fuss weiter.

Rantum-«Sansibar»

Mit dem Bus geht’s heute (4. Tag) nach Rantum. Weiterhin in südliche Richtung dem Wattenmeer entlang gelangen wir nach Hörnum. In der Ferne sind die Nachbarinseln Amrum und Föhr zu sehen.

Am Strand beim südlichsten Inselpunkt wurden unzählige Tetrapoden platziert. Die 4-armigen, 6 Tonnen schweren Betongebilde schützen den Küstenabschnitt vor Erosion. Sie brechen die Kraft der Nordseewellen und schützen Ufer und Dünen.

Die Sturmfluten über den Winter ziehen immer wieder grosse Massen an Sand mit sich. Darum wird jedes Frühjahr mit viel Aufwand Sand aus grossen Schiffen an den Strand gepumpt (Sandvorspülung, dient dem Küstenschutz).

Nach abwechslungsreichen 23 km kommen wir beim hippen Restaurant «Sansibar» an. Dieses verfügt sogar über eine eigene Bushaltestelle, bei welcher wir den Bus nach Westerland zurücknehmen.

«Sansibar»-Westerland

Am Morgen des 5. Tages ist unser Ausgangsort die «Sansibar». Dies ist unsere letzte Etappe. Wir geniessen die morgentliche, gästefreie Stimmung hier und starten bei sonnigem Wetter in nördliche Richtung nach Westerland. Bei Ebbe können wir den ganzen Weg (13km) im Sand geniessen, da die festgepressten Sandbänke durch die Ebbe freigelegt sind.

GESCHAFFT!!

Der 6. Tag ist von Genuss geprägt. Wir joggen morgens eine kleine Runde und gönnen uns danach füdliblut ein Bad in der Nordsee. Brrrrr……

Maximal erfrischt mieten wir heute nochmals ein E-Fahrrad und radeln zum Ellbogen. Zu Fuss umrunden wir den nördlichsten Teil von Sylt. Wir lassen unseren Drachen steigen und bewundern das schöne Fischerboot, dass nahe der Küste frischen Fisch für die Canapés ;-) aus dem Meer holt.

Der heutige Ausflug bringt uns nochmals 55km ein.

Die Insel Sylt ist mein persönlicher Sehnsuchtsort. Ich hoffe, ich konnte dich mit auf dieses kleine Abenteuer mitnehmen.

Wer mehr über diese Insel wissen möchte, kann sich sehr gerne bei mir melden.

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Abendwanderung um die Ecke